Nora Brandenburg

Diplom-Tonmeisterin

Auralisation des Wellenfelds in kleinen Räumen

(Diplomarbeit HfM Detmold 2005)

Die tägliche Arbeit von Tonmeistern, aber auch von Musikern findet zu einem großen Teil in kleinen Räumen statt, seien es Regie- und Abhörräume, Aufnahmestudios oder Überäume.
Kleine Räume im akustischen Sinn sind Räume, deren Abmessungen in der Größenordnung der Wellenlänge hörbaren Schalls liegen. In solchen Räumen bilden sich störende Raumresonanzen, die Klangverfälschungen im unteren Frequenzbereich zur Folge haben. Während der störende Einfluss dieser sogenannten "stehenden Wellen" in Regieräumen durch gezielte akustische Maßnahmen so weit wie möglich eingedämmt wird, ist er in Wohn- oder Überäumen kaum vermeidbar.
Für Tonmeister wie für Musiker ist es daher wichtig, eine Sensibilität für die klanglichen Effekte von Resonanzen zu entwickeln, um Klang möglichst objektiv beurteilen zu können.

Stehende Wellen
Schalldruckverteilung im Raum für eine stehende Welle zwischen vier Wänden (Tangentialmode 110)

Um den Einfluss von Raumresonanzen auf den Klang von Musik hörbar zu machen, wurde in dieser Arbeit ein Computerprogramm auf der Basis von MATLAB entwickelt. Es soll helfen, den Aufbau und die Auswirkung von stehenden Wellen zu verstehen und das Gehör für deren Klangeffekte zu trainieren.

Raumsimulationsprogramm
Raumsimulationsprogramm: Bedienoberfläche zur Eingabe der Raumeigenschaften

Der Benutzer kann einen virtuellen quaderförmigen Raum entwerfen, darin zwei Lautsprecher aufstellen und sich eine Position zum Abhören aussuchen. Das Programm berechnet aus den Raumkantenlängen und der Lautsprecher- und Abhörposition die Raumübertragungsfunktion und die Impulsantwort. Die Übertragungsfunktion wird grafisch ausgegeben, während mit Hilfe der Impulsantwort Musik- und Sprachbeispiele im virtuellen Raum auralisiert werden können. Es ist also möglich, jeden einzelnen Parameter stufenlos zu verändern und sofort optisch und akustisch die Auswirkung zu überprüfen.